Erste Hilfe Tipps - "Vergiftung"

Wie verhalte ich mich bei Unfällen mit Vergiftungen?

1. Wie kann dieser Unfall passieren?

Vergiftungen im Haushalt, im Garten, in der Freizeit und beim Hobby machen bereits über ein Fünftel der Notarzteinsätze in Deutschland aus. Haushaltsreinigungs- und –pflegemittel, Lampenöle bis hin zu Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln, Frostschutzmittel stellen hier wichtige Gefahrenherde dar. Ebenso Vergiftungen durch Pflanzen und Pilze. Vergiftungen können mit Verätzungen einhergehen.

 
2. Wie erkenne ich, dass es sich um eine Vergiftung handelt?

In den meisten Fällen können die betroffenen Kinder (durch Zeigen) Angaben machen. Findet man ein Kind bereits bewusstlos auf, so gibt es meist in seinem Umfeld Zeichen für giftige Stoffe. Gifte können eingenommen (Essen, Trinken, Verschlucken), eingeatmet (Gase) und über die Haut aufgenommen werden. Art, Dosierung, Aufnahme und Aufnahmedauer sind wichtige Indikatoren für mögliche Gesundheitsschädigungen.

 
3. Welche Symptome treten auf?

Vergiftungssymptome können sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Besondere Auffälligkeiten können sein:

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Bauchschmerzen
  • Schweißausbrüche,
  • Husten,
  • Muskelzuckungen, Krämpfe
  • Schwindel, Benommenheit,
  • Atemnot,
  • Bewusstlosigkeit
  • Bewusstseinstrübung / Rauschzustände
 
4. Was muss ich tun? (Erste Hilfe)

Bei Erkennbaren Einwirken von Giften sollte sofort der Notruf 112 oder der Giftnotruf 03 41/9 72 46 66 gewählt werden. Der Giftnotruf wird von Ihnen Angaben zur betroffenen Person, zur eingenommen Substanz, zum möglichen Zeitpunkt der Einnahme und zum aktuellen Zustand und zu Auffälligkeiten (Husten, Erbrechen, Muskelzuckungen, Benommenheit, Berauschtheit, Schmerzen) erfragen.

  • Notruf wählen
  • ggf. vergiftetes Kind unter Beachtung des Selbstschutzes aus Gefahrenbereich bringen (bei Vergiftungen durch Gase etc.)
  • bewusstlose Kinder, die noch atmen, in die stabile Seitenlage bringen
  • bei Aussetzen von Atmung und Puls Herz-Lungen-Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Notarztes
  • Achtung: Eigenschutz, z. B. Handschuhe, Atemschutzmaske (bei Gasen, Kontaktgiften, Vergiftungen mit Insektiziden etc.).
  • Giftreste und Erbrochenes sicherstellen
  • Kind zudecken
  • für Körperruhe sorgen
  • erbricht das Kind von sich aus, Hilfestellung leisten und ggf. Atemwege freimachen
  • Bei Kindern, sofern sie ansprechbar sind, geduldig und in Ruhe nachfragen, was geschehen ist!
    Bei erkennbaren Vergiftungen mit Säuren und Laugen so verfahren wir dort beschrieben.

     
5. Was darf ich nicht tun?
  • keine Milch geben.
  • unter keinen Umständen Erbrechen auslösen. Erbrochenes oder ätzende Substanzen können in die Speise-, die Luftröhre oder in die Lunge gelangen.
  • Kohlepräparate nur in Rücksprache mit dem Arzt geben.
 
6. Wen informiere ich / rufe ich an (Notruf)?

Notruf 112
Giftnotruf 03 41 / 9 72 46 66