Bei einer Operation kann es notwendig werden, einen größeren Blutverlust
zu ersetzen. In den meisten Fällen geschieht dies durch Blutkonserven
(Fremdblut oder Teile davon), die gesunden Blutspendern entnommen und
sorgfältig
aufbereitet worden sind. Aber auch bei aller größter Sorgfalt gibt
es Risiken, die nicht vermieden werden können.
Diese seltenen Risiken sind:
- Unverträglichkeitsreaktionen auf fremde Blutbestandteile (z.B. Hämolyse-Reaktionen),
- Probleme durch die biologische Alterung des Fremdblutes (vor allem Blutplättchen und rote Blutkörperchen),
- Übertragung von Infektionskrankheiten, vor allem Leberentzündungen (Hepatitis), aber z.B. auch AIDS, Malaria oder Zytomegalie.
Die Verwendung eigenen Blutes oder seiner Bestandteile hilft, die genannten Risiken noch weiter zu vermindern.
- Eigenblut- oder Plasmaspende
Für ca. 20 bis 30 % der planbaren Operationen gibt es die Möglichkeit
der Eigenblutspende. Dabei wird Ihnen vor der Operation Blut entnommen. Dies
wird in der Regel in seine Bestandteile aufgetrennt. In Einzelfällen wird
das Vollblut aufbewahrt. Ein ähnliches Verfahren ist die Plasmaspende (Plasmapherese).
Dabei wird vor der Operation etwa ein- bis zweimal Eigenplasma entnommen.
- Blutverdünnung (Hämodilution)
Dem Patienten wird unmittelbar vor der Operation Blut entnommen. Dann erhält
er ein Ersatz-mittel zur Verdünnung des Blutes, so dass bei der Operation
nur verdünntes Blut verloren geht. Während oder spätestens nach
dem Eingriff wird das entnommene Blut wieder zugeführt.
- Autotransfusion
Während der Operation wird das Blut aus der Wunde abgesaugt, durch „Waschen" der
roten Blutkörperchen aufbereitet und dem Patienten wieder zurückgegeben.
Diese drei Verfahren - je nach der individuellen Situation - auch
kombiniert angewendet.
Wann ist die Eigenblutspende sinnvoll?
Wann ist die Eigenblutspende NICHT sinnvoll?
Die rechtliche Situation
Wann ist die Eigenblutspende sinnvoll?
Grundsätzlich kann die Eigenblutspende für jeden Patienten mit
einer zeitlich planbaren größeren Operation bei ernsthaft zu erwartenden
Blutverlusten sinnvoll sein. Selbstverständlich ist die indivi-duelle
Entscheidung immer von vielen Faktoren abhängig. Und sie kann endgültig
nur vom Arzt getroffen werden. Wichtige Kriterien sind vor allem
ein ausreichender Gehalt des Blutes an Blut-farbstoffen und der
allgemeine Gesundheitszustand.
Sinnvoll kann die Eigenblutspende sein bei:
- Knochen- und Gelenkoperationen (z.B. Hüftoperationen),
- Herz- und Gefäßoperationen,
- allgemein-chirurgischen Operationen (z.B. Schilddrüse, Leber, Bauchspeicheldrüse),
- gynäkologischen Operationen,
- urologischen Operationen,
- Eingriffen in der Neurochirurgie, Kinderchirurgie, Plastische Chirurgie und bei Tumoroperationen
Wann ist die Eigenblutspende NICHT sinnvoll?
Auch diese Frage kann selbstverständlich nur nach Ihrer individuellen
Situation entschieden wer-den. Aber es gibt durchaus Situationen,
in denen eine Eigenblutspende nicht sinnvoll oder möglich ist.
Dies gilt
vor allem bei:
- Störung der Blutbildung
- Erkrankung des Blutes
- ausgeprägt niedrigem oder hohem Blutdruck
- schweren Lungenerkrankungen, Asthma
- frischem Herzinfarkt oder schwerer Herzleistungsschwäche
- allgemeinen oder lokalen - insbesondere bakteriellen - Infekten,
Fieber
- Anfallsleiden
- Schwangerschaft
Die rechtliche Situation
Die ärztliche Entscheidung
Die Entnahme
Die Verwendung
Die Kosten
Die Eigenblutspende setzt Ihr Einverständnis und Ihre Bereitschaft zur
aktiven Mitarbeit voraus: Sie müssen wirklich selbst wollen - anderenfalls
sollten Sie darauf verzichten.
Ihr Arzt ist verpflichtet, Sie vor einer Operation über die verschiedenen
Möglichkeiten der Verwendung eigenen Blutes oder Plasma aufzuklären.
Falls ein Krankenhaus ausnahmsweise keine der oben geschilderten
Möglichkeiten
der Eigenblutverwendung anbieten kann, muss ein anderes Krankenhaus
genannt werden. Sie können sich dann dorthin überweisen lassen.
Dieser Text informiert Sie über die Möglichkeit der Eigenblutspende.
Er ersetzt jedoch nicht das notwendige Gespräch mit Ihrem Arzt, das
Ihnen hilft, sich für den besten Weg der Vorbereitung auf Ihre Operation
zu entscheiden.
Die ärztliche Entscheidung In den meisten Fällen wird Ihr zur Operation einweisender
Arzt etwa 6 Wochen vor der stationären Aufnahme klären,
ob die Eigenblutspende sinnvoll und möglich ist. Nach der Festlegung
des Ope-rationstermins und der zu entnehmenden Menge sprechen Sie
den Ablauf der Eigenblutgewinnung
mit dem entnehmenden Arzt im Krankenhaus oder im Blutspendedienst
ab. Die Voruntersuchung zur Spendefähigkeit führt meistens
der einweisende Arzt durch. Diese bringen Sie zur ersten Entnahme
mit.
Ihr betreuender Arzt, der Operateur und der Narkosearzt arbeiten
bei der Eigenblutspende eng zusammen, um die Entnahme und den
Einsatz optimal zu koordinieren.
Die Entnahme Die Eigenblutspende verläuft wir eine normale Spende von Blut oder Plasma.
Meist werden 2 bis 4 Eigenblutkonserven entnommen: Jeweils eine pro Woche.
Bereits vor der ersten Blutentnahme wird normalerweise die Blutbildung durch
die Gabe von Eisen-Medikamenten unterstützt. Das entnom-mene Blut wird
sorgfältig untersucht, z.B. auf eine Infektion mit HIV oder Hepatitis.
Sollte eine die-ser Infektionen im Blut nachgewiesen werden, ist die Eigenblutverwendung
normalerweise nicht möglich.
Die Verwendung Eigenblut wird besonders gekennzeichnet und
gelagert, um eine Verwechslung mit anderen Konserven auszuschließen.
Das Ihnen entnommene Blut oder Plasma darf ausschließlich nur Ihnen
selbst zur Verfügung gestellt werden. Falls es Ihnen nicht gegeben
wird, muss es vernichtet werden. Durch die eingeschränkte Lagerfähigkeit
des Blutes wird die verfügbare Zeit bis zur Operation begrenzt.
Die Kosten Die Kosten der Eigenblutspende werden vom Pflegesatz
des Krankenhauses getragen. Teilweise werden sie auch aufgrund entsprechender
Verträge
zwischen dem Krankenhaus und der Krankenkasse gesondert
abgerechnet. Dies gilt auch für private Kassen, wenn die Eigenblutspende
medizinisch notwendig ist.