Archiv August 2012

Wie häufig sind Störungen im Essverhalten in der Bevölkerung?  

Normen des Eating Disorder Examination-Questionnaire
Der Eating Disorder Examination-Questionnaire (EDE-Q) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung von spezifischer Psychopathologie und Kernverhaltensweisen von Essstörungen. Die vorliegende Studie beinhaltet eine Untersuchung von Prävalenzraten gestörten Essverhaltens und eine Bestimmung psychometrischer Eigenschaften und Normen des EDE-Q an einer repräsentativen deutschen Bevölkerungsstichprobe. Insgesamt 2520 Personen (1166 Männer, 1354 Frauen) wurden mit dem EDE-Q befragt. Die Essstörungspsychopathologie und die meisten Kernverhaltensweisen waren bei Frauen insgesamt stärker ausgeprägt als bei Männern. Für beide Geschlechter war sie im Alter von über 65 Jahren rückläufig. Bei Männern im Alter von 55-64 Jahren war sie am stärksten ausgeprägt, während bei den Frauen vor allem jüngere Altersgruppen betroffen waren. Insgesamt zeigten 5,9% der Frauen und 1,5% der Männer klinisch relevante Störungen im Essverhalten. Diese nahmen bei Frauen mit zunehmendem Alter ab und traten häufiger bei adipösen als bei normalgewichtigen Befragten auf. Die vorliegende Studie zeigt für beide Geschlechter über die Alterspanne hinweg demographische Variationen in der Essstörungssymptomatik und dokumentiert geschlechts- und altersspezifische Normwerte sowie zufriedenstellende psychometrische Eigenschaften des EDE-Q. Weitere Forschungsnotwendigkeit besteht hinsichtlich von Essstörungen im höheren Lebensalter.

Störungen im Essverhalten in der deutschen Bevölkerung

Hilbert A, Brähler E, de Zwaan M.

Psychother Psychosom Med Psychol. 2012 Mar-Apr;62(3-4):139-41.

Abstract
In a representative German population sample, the prevalence of eating disturbances was determined using the Eating Disorder Examination-Questionnaire. Overall, 3,9% revealed eating disturbances. In particular, young women and obese persons had an increased likelihood of these disturbances, but men and older persons were concerned as well. Further research is warranted on eating disturbances across the life span, both sexes and weight status.

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