Archiv Januar 2012

Auf der Spur der Verbesserung der Behandlung von rheumatoider Arthritis - neue Erkenntnisse der Entzündungsmechanismen

Monozyten sind im Blut zirkulierende Immunzellen, welche eine wichtige Rolle sowohl für das angeborene als auch für das erworbene Immunsystem spielen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Aufnahme und Beseitigung von infektiösem oder anderweitig gefährlichem Material aus Zellen, Zellbruchstücken oder Abbauprodukten der extra-zellulären Matrix in entzündeten Geweben, wofür sie den Blutstrom verlassen und sich zu „Fresszellen", so genannten Makrophagen, differenzieren. Darüber hinaus produzieren sie eine Reihe von entzündungfördernden Botenstoffen, den Zytokinen.

Erst seit kurzem ist bekannt, dass die Monozyten im Blutstrom nicht als einheitliche „Vorläuferpopulation" auftreten, sondern dass es funktionell unterschiedliche Subpopulationen gibt. Die Arbeitsgruppe untersuchte eine dieser Subpopulationen, die CD14++CD16+ Monozyten, genauer und entdeckte bei ihnen ein spezifisches Muster pro-inflammatorischer Botenstoffe sowie eine wichtige Funktion in der Differenzierung so genannter Th17-Zellen, welche eine entscheidende Rolle in der Entstehung verschiedener Autoimmunerkrankungen spielen.

Besonders viele solcher entzündungsfördernden und Autoimmunität begünstigenden Monozyten treten im Blut von Patienten mit rheumatoider Arthritis, einer der häufigsten Autoimmunerkrankungen des Menschen, auf. Auch bei dieser Erkrankung spielen Th17-Zellen eine wesentliche Rolle bei der häufig eintretenden Zerstörung von Gelenken, aber auch bei der Schädigung innerer Organe, und Medikamente zur Änderung dieser Zellen sind in der Lage, den Erkrankungsverlauf zu verbessern. Die Arbeitsgruppe untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von CD14++CD16+ Monozyten und Th17-Zellen und konnte einen Einfluss solcher krankhafter Monozyten auf die Erkrankung nachweisen. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung spezifischer, solche pathologischen Monozyten beseitigender Therapieansätze in der Zukunft.

The CD14(bright) CD16+ monocyte subset is expanded in rheumatoid arthritis and promotes Th17 expansion.

Rossol M, Kraus S, Pierer M, Baerwald C, Wagner U.

Division of Rheumatology, Department of Internal Medicine, University of Leipzig, Liebigstr.20, 04103 Leipzig, Germany. manuela.rossol@medizin.uni-leipzig.de.

Arthritis Rheum. 2011 Oct 17. doi: 10.1002/art.33418

Objective
Circulating monocytes contain a subpopulation of CD14+CD16+ cells, which has been described to be pro-inflammatory and to be increased in rheumatoid arthritis. New evidence suggests, that this subpopulation can further be subdivided into CD14dimCD16+ and CD14brightCD16+ cells. Aim of the study was to determine which of the two CD16+ monocyte subpopulations is expanded in rheumatoid arthritis (RA) patients, and to investigate their possible role in disease pathogenesis.

Methods
Frequencies of monocyte subpopulations in the peripheral blood of healthy donors and RA patients were determined by flow cytometry. Monocyte subpopulations were sorted and co-cultured with CD4+ T cells. Cytokines were determined in the supernatant and Th17 frequencies were measured by flow cytometry.

Results
We report here, that in comparison to the other monocyte subpopulations, CD14brightCD16+ cells show higher HLA-DR and CCR5 expression, and respond with higher TNF production to direct cell contact with pre-activated T cells. They are found in increased frequencies in the peripheral blood of RA patients, while CD14dimCD16+ monocyte frequencies are not increased. CD14brightCD16+ cells are extremely potent inducers of Th17 expansion in vitro. Their frequency in the peripheral blood of RA patients correlates closely with Th17 frequencies determined ex vivo.

Conclusion
These observations provide a link, for the first time, between the increased frequency of the CD14brightCD16+ monocyte subpopulation in RA and the expansion of Th17 cells, which are likely to have a role in the pathogenesis of autoimmunity.

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