Archiv August 2011

Strukturdetails toxischer Fibrillen der Alzheimererkrankung geklärt

Kennzeichen der Alzheimer Krankheit, welche die häufigste neurodegenerative Krankheit in der westlichen Welt darstellt, sind Ablagerungen von amyloiden Fibrillen in Gehirn des Patienten („Plaques"), die im Wesentlichen aus Amyloid β-Peptiden gebildet werden. Man geht heute davon aus, dass diese Ablagerungen nur das Endprodukt des Fibrillierungsprozesses sind, während Zwischenzustände (sog. Oligomere und Protofibrillen) die eigentlich zelltoxischen Spezies darstellen. In unserer Studie ist es erstmals gelungen, die molekulare Struktur und Dynamik von Protofibrillen auf Aminosäurenebene aufzuklären. Dabei zeigte sich, dass bei der Umwandlung von Protofibrillen in ausgereifte Fibrillen bemerkenswerte Veränderungen in der Molekularstruktur stattfinden. Diese Daten sind somit von großer Bedeutung für ein Verständnis des Fibrillierungsprozesses im Allgemeinen als auch der Abläufe der Alzheimer Krankheit.

Solid-state NMR spectroscopic investigation of Aβ protofibrils: implication of a β-sheet remodeling upon maturation into terminal amyloid fibrils.

Scheidt HA, Morgado I, Rothemund S, Huster D, Fändrich M.

Angew Chem Int Ed Engl. 2011 Mar 14;50(12):2837-40

The secondary structure elements in Aβ protofibrils were determined at a single residue level by solid-state NMR spectroscopy. The β-sheet elements of the mature fibrils are already preformed in protofibrils, but these regions have to elongate during the conversion into mature fibrils. The data have important implications for understanding the process of fibril formation in general as well as the structural basis of Alzheimer's disease.

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