Aktuelles zum ZINF

Pressemitteilung vom 15.2.2016

Neues Zentrum für Infektionsmedizin vereint Wissen und Können zum Nutzen der Patienten

Fünf Fachdisziplinen wollen exemplarisch in Deutschland Schlagkraft im Kampf gegen Krankheitserreger erhöhen

Am Universitätsklinikum Leipzig hat jetzt das Zentrum für Infektionsmedizin seine Arbeit aufgenommen. Das Zentrum vereint die Kompetenz der UKL-Experten für Infektiologie, Mikrobiologie, Virologie, Krankenhaushygiene und Klinische Pharmazie. Damit werden das umfangreiche Wissen und die große Erfahrung der Leipziger Unimediziner auf diesem wichtigen Gebiet konzentriert und noch besser verknüpft. Ziel ist, die Prävention und Bekämpfung von Infektionen sowohl am Krankenbett als auch in der Forschung wirksam voranzutreiben.

ZINF Zum Leitungsteam des ZINF gehören (v.l.n.r.): Prof. Uwe Gerd Liebert, PD Dr. Christoph Lübbert, Prof. Iris Chaberny, Dr. Roberto Frontini und Prof. Arne Rodloff.   Mit der Gründung des interdisziplinären Zentrums für Infektionsmedizin (ZINF) beginnt am Leipziger Universitätsklinikum eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Ärzten und Wissenschaftlern im Interesse der Patienten.
"Wir haben durch unseren Kompetenzausbau in der klinischen Infektionsmedizin in Verbindung mit sehr weitreichenden Hygienemaßnahmen in den vergangenen Jahren einen großen Erfahrungsschatz in der Bekämpfung und Vorbeugung von Infektionen und im Umgang mit multiresistenten Erregern aufgebaut", so Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Leipzig.

Dazu gehört die Etablierung eines Instituts für Hygiene /Krankenhaushygiene mit einer Stiftungsprofessur am UKL, das seit nunmehr anderthalb Jahren als einziges in Mitteldeutschland diesen Bereich akademisch abdeckt. "In unserem Zentrum fließt diese Kompetenz jetzt effektiv zusammen und kann so künftig auch besser intern und extern zur Verfügung gestellt werden", so Fleig.

"Wir wollen deutschlandweit das Zeichen aussenden: In diesem Leipziger Zentrum arbeiten Infektiologen, Mikrobiologen, Virologen, Krankenhaus-Hygieniker und Krankenhaus-Apotheker im Kampf gegen Krankheitserreger eng interdisziplinär zusammen", ergänzt Prof. Dr. Arne C. Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, der nun zudem geschäftsführender Ärztlicher Leiter des ZINF ist. "Das große Wissen und Können der beteiligten Mediziner und Wissenschaftler bündeln wir zum Nutzen der Patienten."

Internistische Infektiologen und klinische Mikrobiologen gehen am UKL schon seit Jahren gemeinsam auf Visite, stehen am Patientenbett, studieren Dokumentationen und optimieren Diagnostik und Therapie. "Natürlich gibt es Überlappungen bei der Kooperation der verschiedenen Fachdisziplinen. Aber da gilt es mit Blick auf die Interessen der Patienten die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt zu rücken. Wir wollen exemplarisch in Deutschland vorführen, dass dies gelingt: Statt immer wieder untereinander die Ellenbogen auszufahren, wollen wir uns unterhaken und so die Schlagkraft im Kampf gegen Krankheitserreger erhöhen", so Prof. Rodloff.

Das ZINF wird nicht durch ein spezielles Gebäude zusammengehalten, sondern ist organisatorischer Ausdruck einer sehr guten Zusammenarbeit. Dafür werden Mitarbeiter zwischen den Fachdisziplinen ausgetauscht. Durch intensive interne Fort- und externe Weiterbildung soll die Expertise weiter erhöht werden, mit der auch eine beispielgebende Außenwirkung "quer durch Deutschland" erreicht werden soll, so der geschäftsführende Ärztliche Leiter des ZINF.

Unterstützt wird dieses Vorhaben vom gesamten Leitungsteam des Zentrums für Infektionsmedizin, dem weiterhin als Stellvertreter Privatdozent Dr. Christoph Lübbert, Leiter des Fachbereiches Infektions- und Tropenmedizin sowie als Mitglieder des Leitungsgremiums Prof. Dr. Iris F. Chaberny, Direktorin des Instituts für Hygiene/Krankenhaushygiene, Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert, Direktor des Instituts für Virologie und Dr. Roberto Frontini, Direktor der Apotheke des Universitätsklinikums Leipzig, angehören.


Hintergrund

Das Universitätsklinikum Leipzig setzt im Zuge der Infektionsbekämpfung und -prävention seit mehreren Jahren weit über das geforderte Maß hinausgehende Infektionspräventions- und Hygienemaßnahmen um. Dazu gehören ein umfangreiches Eingangsscreening auf multiresistente Erreger, weitreichende Barrieremaßnahmen sowie ein kritisch kontrollierter Einsatz von Antibiotika, der im Zuge eines Antibiotic Stewardship (ABS)-Programmes ständiger Prüfung unterliegt. Letzteres hat bereits zu einer starken Reduktion des Antibiotikaeinsatzes am UKL geführt. Wissenschaftler und Ärzte des UKL untersuchen in vielen Projekten die Entwicklung der Resistenzsituation bei Viren, Bakterien und Pilzen; die dazu gehörigen Mechanismen, die Übertragungswege multiresistenter Erreger sowie wirksame Präventionsstrategien.