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Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit: Kalenderblatt 2004
Seit Januar 2003 gibt es eine neue Reihe im Internet. Im Kalenderblatt
soll jeden Monat an eine Person oder an ein Ereignis erinnert werden,
das in Verbindung mit der langen Geschichte der Medizinischen Fakultät
als Teil der Universität Leipzig steht. 2004 soll diese Tradition
fortgesetzt werden. So kann bis zu unseren beiden großen Jubiläen
im Jahre 2009 bzw. 2015 ein Mosaik entstehen, das einen Einblick in die
Wandlung der Lehrmeinungen, der Forschungsschwerpunkte und therapeutischer
Ansätze ermöglicht.
Ab 2005 wird die Reihe in etwas anderer Art fortgeführt. In jährlicher Folge soll an der Universität
Leipzig ein Jubiläumsband, in dem Personen oder Ereignissen gewürdigt werden, herausgegeben werden. In dieser Reihe werden auch die Mediziner Berücksichtigung finden. Im Dezember 2004 ist bereits erschienen:
Jubiläen 2004. Personen- Ereignisse / hrsg. vom Rektor der Universität Leipzig.- Leipzig: Pressestelle, 2004
Dezember
Carl Siegmund Franz Credé
23. Dezember 1819 in Berlin geboren
1852 Direktor der Berliner Hebammenschule und der gynäkologischen Abteilung der Charité
1856 - 1887 ordentlicher Professor für Geburtshilfe an der Universität Leipzig und Direktor der Entbindungsanstalt und Hebammenschule, an dem nach ihrer Stifterin benannten Trier´schen Institut
14. März 1892 in Leipzig gestorben |
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In der medizinischen Wissenschaft wird Credés Name vor allem durch zwei von ihm eingeführte Neuerungen bekannt bleiben, das 1860 erstmals publizierte Verfahren zur Expression der Placenta und die nach ihm benannte Augenprophylaxe der Blenorrhoea gonorrhoica. An der Leipziger Medizinischen Fakultät erwarb er sich bleibende Verdienste durch die Einführung einer geburtshilflichen und gynäkologischen Poliklinik und durch die Einrichtung einer Abteilung für Frauenkrankheiten an der Entbindungsanstalt.
November
Friedrich Albin Hoffmann
13. November 1843 in Ruhrort geboren
1874 Ordinarius für Innere Medizin an der Universität Dorpat
1886- 1920 Ordinarius für Innere Medizin an der Universität Leipzig und Direktor der Medizinischen Poliklinik
13. November 1924 in Leipzig gestorben |
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Wenn man den Lebensweg von Friedrich Albin Hoffmann betrachtet, fällt als erstes seine lange Leipziger Amtszeit auf. Hoffmann wirkte 34 Jahre als Direktor der Mdizinischen Poliklinik an der Universität Leipzig. Als Hoffmann 1886 das Direktorat der Medizinischen Poliklinik übernahm, traf er günstige Bedingungen an. Die Pläne für eine Neubau waren bereits fertig, und zwei Jahre später, zum Jahresbeginn 1888, konnte das Poliklinische Gebäude Nürnberger Straße / Ecke Liebigstraße eingeweiht werden. Diese neue Gebäude beherbergte neben der Medizinischen Poliklinik, die das Erdgeschoß einnahm, die Chirurgische Poliklinik und das Pharmakologische Institut. Während seiner Amtszeit erweiterte Hoffmann die Leipziger Poliklinik zu einer der größten Deutschlands. Auf Grund seiner großen klinischen Erfahrung kann Hoffmann mit gutem Recht als Diagnostiker von Bedeutung bezeichnet werden.
September
Gustav Biedermann Günther
22. Februar 1801 in Schandau geboren
1837 Professor für Chirurgie an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel
1841 - 1866 Ordinarius für Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
8. September 1866 in Leipzig gestorben |
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Als Gustav Biedermann Günther auf den Lehrstuhl für Chirurgie an die Universität Leipzig berufen wurde, übernahm er ein Fach mit langer Tradition, das vielfache Wandlungen erfahren hatte. Als praktischer Chirurg zeichnete sich Günther vor allem durch seine sorgfältige, auf eingehende Berücksichtigung der anatomischen Verhältnisse gestützte Untersuchung und einfache Therapie aus. Mehrfach reichte er medizinisch und wirtschaftlich gut durchdachte Pläne zur Veränderung und Verbesserung der Unterbringung der Kranken ein. So wurden beispielsweise die Krankensäle zweimal im Jahr gründlich gereinigt und frisch geweißt. Für die Reinhaltung der Kranken sorgte ein Aufnahmereinigungsbad. Zu Günthers Lebzeiten war die Antisepsis noch unbekannt. Die Wundheilung wurde dadurch außerordentlich verzögert - das Erysipel, die Gasphlegmone und der Hospitalbrand waren weit verbreitet. Durch die strengen hygienischen Bestimmungen in den Krankensälen gelang es Günther aber, diese Erkrankungen wenigstens zurückzudrängen. Günther glaubte, daß neben der Sauberkeit vor allem viel frische Luft, besonders zur Heilung eiternder Wunden, nötig sei. Auf Günthers Anregung wurden deshalb 1847 die sogenannten Luftbuden errichtet. Diese Baracken faßten zehn bis zwölf Betten, standen an den Längsseiten offen und ermöglichten es, die Kranken bei jeder Witterung an die Luft zu bringen. Den Neubau des Jakobshospitals an der Waisenhausstraße, der heutigen Liebigstraße, sollte Günther nicht mehr miterleben. Als er 1866 starb, begannen gerade die ersten Umzugsvorbereitungen vom Rosental in das heutige Medizinische Viertel.
August
Julius Cohnheim
20. Juli 1839 in Demmin (Pommern) geboren
1861 Promotion bei Rudolf Virchow (1821 - 1902)
1861 - 1868 Assistent am Pathologischen Institut der Berliner Charité unter Virchow
1868 Berufung als Ordinarius für Pathologische Anatomie an die Universität Kiel
1872 Berufung auf den Lehrstuhl für Pathologische Anatomie an die Universität Breslau
1878 - 1884 Ordinarius für allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie undDirektor des Pathologischen Instituts an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
15. August 1884 in Leipzig gestorben
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Cohnheim gilt als bedeutendster Schüler Rudolf Virchows. Als Vertreter eines naturwissenschaftlich orientierten Krankheitskonzeptes bereicherte er insbesondere die experimentelle Pathologie um neue Untersuchungsmethoden. Wissenschaftlich arbeitete er vor allem an Problemen der Entzündungslehre, der Pathophysiologie des Kreislaufs, der Geschwulstlehre und der Tuberkulose. Die Kreislaufphysiologie erweiterte er um den Begriff der "Endarterie". Als sein Hauptwerk kann die Monographie "Allgemeine Pathologie.- Berlin, 1878" angesehen werden. Aus seinem Leipziger Institut gingen zahlreiche bedeutende Schüler hervor, u.a. Karl Weigert, Adolf von Strümpell und Otto Heubner.
Juli
Karl Gottlob Kühn
2. Juli 1754 in Spergau bei Merseburg geboren
1802 Ordinarius für Anatomie und Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
1804 rückte Kühn in die ranghöhere Professur für Therapie auf und hatte dieses Ordinariat bis 1812 inne; nach der Neustrukturierung der Medizinischen Fakultät und der damit einsetzenden Errichtung neuer selbständiger Ordinariate wurde Kühn von
1812 - 1820 zum ersten Ordinarius für Chirurgie an der Leipziger Medizinischen Fakultät ernannt und wirkte daraufhin, den damals üblichen Lehrstuhlwechseln entsprechend, von
1820 - 1840 als Ordinarius für Physiologie und Pathologie an der Universität Leipzig
19. Juni 1840 in Leipzig gestorben
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Karl Gottlob Kühn war bis zu seinem Tode im 86. Lebensjahr fast 40 Jahre als Professor an der Medizinischen Fakultät angestellt. In dieser langen Zeit hatte er vier unterschiedliche Professuren inne und vertrat mit der Anatomie, Chirurgie, Therapie sowie Physiologie und Pathologie die medizinischen Hauptgebiete seiner Zeit. Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren mehrfache Lehrstuhl- und damit Fächerwechsel innerhalb der Fakultät üblich und gehörten zum akademischen Werdegang. Wenn man bedenkt, daß es auch nach der Neuordnung der Medizinischen Fakultät insgesant nur sieben Lehrstühle gab, kann man ermessen, welcher Anteil Kühn bei der Ausbildung der Studenten zukam. Kühns wissenschaftliches Interesse galt hauptsächlich der Geschichte der Medizin. Seine vielseitige humanistische Bildung erlaubte es ihm, die antiken medizinischen Texte im Original zu lesen und mit Kommentaren versehen, neu zu editieren. Neben den medizinhistorischen Schriften gab Kühn noch eine Reihe biographischer und bibliographischer Werke heraus.
Paul Flechsig
29. Juni 1847 in Zwickau geboren
1877 Berufung zum Extraordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Leipzig
1882 Ernennung zum Direktor der neu eröffneten Nervenklinik
1884 - 1921 Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
22. Juli 1929 in Leipzig gestorben
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Die Geschichte der Neurowissenschaften ist an der Universität Leipzig besonders eng mit der Person des Hirnforschers Paul Flechsig verbunden.Seine Berufung auf die neu geschaffene Professur für Psychiatrie und Neurologie steht in engem Zusammenhang mit dem Aufschwung der Medizinischen Fakultät in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Fakultät war damals vor allem darauf bedacht, nicht nur namhafte, d.h. bereits bekannte und ausgewiesene Gelehrte nach Leipzig zu ziehen, ebenso großes Augenmerk richtete man zukunftsweisend auf jüngere, aber schon mit vielversprechenden Arbeiten hervorgetretene Wissenschaftler. Unter diesem Blickwinkel verwundert es nicht, daß Flechsig bereits im Alter von 30 Jahren zum Extraordinarius ernannt wurede. Flechsig vertrat den Standpunkt, daß die sogenannten Nervenkrankheiten auf körperliche Ursachen zurückzuführen sind. Er stellte damit die unter dem weiten Begriff Geistesstörungen subsummierten psychiatrischen und neurologischen Krankheitsbilder erstmals auf eine somatische Grundlage. Mit der Eröffnung der Nervenklinik im Jahre 1882 konnte Flechsig der Institutionalisierung des neuen Fachgebietes an der Universität Leipzig zum endgültigen Durchbruch verhelfen.
Mai
Carl Rabl
2. Mai 1853 in Wels (Oberösterreich) geboren
1885 außerordentlicher Professor in Wien
1886 ordentlicher Professor für Anatomie und Direktor des Anatomischen Instituts in Prag
1904 - 1917 ordentlicher Professor für Anatomie und Direktor des Anatomischen Instituts an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
24. Dezember 1917 in Leipzig gestorben
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Die
Verdienste Rabls an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig sind eng verbunden mit seinen Bemühungen um den Umbau und die Erweiterung des Anatomischen Instituts. Als Nachfolger von Wilhelm His (1831 - 1904) fand er ein Institut vor, das zu seiner Neueröffnung als eines der besten in Deutschland galt, mittlerweile aber nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Lehrstätte genügte. Rabl stellte seine wissenschaftlichen Arbeiten deshalb zunächst zurück, um durch die Reorganisation des Instituts die Grundlagen für einen verbesserten Unterricht zu schaffen. Der Um- und Erweiterungsbau konnte 1910 beendet werden. Wissenschaftlich bekannt wurde Rabl vor allem durch Beiträge zur Zellforschung, zur Lehre von der Befruchtung, Gastrulation und Keimblattbildung. Sein zur 500-Jahrfeier der Universität Leipzig im Jahre 1909 erschienenes Buch "Geschichte der Anatomie an der Universität Leipzig" ist noch heute eine wertvolle Quelle medizinhistorischer Forschung.
April
Johann Adolph Winter
20. April 1816 in Leipzig geboren
1841 Promotion zum Dr. med. in Leipzig
1844 - 1853 Dozent für Augenheilkunde, Ohrenheilkunde, Rezeptierkunst und Geschichte der Medizin an der Universität Leipzig
1853 - 1866 außerordentlicher Professor für Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
1859 - 1996 Bibliothekar und Kustos an der Universitätsbibliothek Leipzig
1895 Promotion zum Dr. phil. in Leipzig
18. September 1901 in Leipzig gestorben
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Als Johann Adolph Winter seine Studien- und Assistentenzeit in Leipzig verbrachte, war an eine regelmäßige Ausbildung in der Ohrenheilkunde noch nicht zu denken. Erste Impulse zur intensiveren Beschäftigung mit dem Bau und der Funktion des Ohres erfuhr Winter dann auch durch seinen Lehrer, den Anatomen und Physiologen Ernst Heinrich Weber (1795 - 1878), der sich u.a.mit den Hörfunktionen beschäftigte. Da es für Winter nicht möglich war, eine Spezialausbildung in der Ohrenheilkunde zu erhalten, blieb ihm zunächst nichts anderes übrig, als sich für ein verwandtes Gebiet zu entscheiden und 1842 als Assistent Ritterichs an die "Heilanstalt für arme Augenkranke" zu gehen. Hier begann er nun, neben der Augenheilkunde, auch die Ohrenheilkunde als Unterrichtsfach in die medizinische Ausbildung einzuführen. Mit Winters Ernennung zum außerordentlichen Professor für Ohrenheilkunde konnte dieses Fachgebiet 1853 schließlich auch institutionell aufgewertet und gefestigt werden und blieb fortan fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung an der Universität Leipzig.
März
Henry Ernest Sigerist
7. April 1891 in Paris geboren
1925 - 1932 Ordinarius für Geschichte der Medizin und in der Nachfolge von
Karl Sudhoff, Leiter des Medizinhistorischen Instituts der Universität Leipzig
1932 - 1947 Ordinarius für Geschichte der Medizin und Leiter des Instituts
für Geschichte der Medizin an der Johns Hopkins University in Baltimore
1947 - 1957 Arbeit an seiner als Lebenswerk gedachten Medizingeschichte in acht
Bänden sowie einer Medizinsoziologie in vier Bänden in dem kleinen
Schweizer Ort Pura
17. März 1957 in Pura gestorben
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Wenn Henry Ernest Sigerist noch immer als international bedeutendster
Medizinhistoriker gilt, so resultiert diese Wertung hauptsächlich
aus seinem Verständnis des Fachgebietes selbst. Von einer sozialkritischen
Haltung zu medizinischen Problemen seiner Zeit ausgehend, bahnte Sigerist
den Weg zu einer sozialgeschichtlich orientierten Medizinhistorik. Im
Unterschied zu seinen Vorgängern sah Sigerist Medizingeschichte
nicht mehr nur als rein quellenerschließende Disziplin an. Wichtig
schien ihm auch, Medizingeschichte im aktuellen Kontext zu sehen.
In Leipzig arbeitete Sigerist vor allem an den schon unter Sudhoff begonnenen
Studien zur Medizin des frühen Mittelalters. Weitere Schwerpunkte betrafen
die Geschichte der Krankheitslehre und die Geschichte der Arzneimittelanwendung.
Didaktische und methodische Fragen der medizinhistorischen Lehre beschäftigten
ihn ein Leben lang. Sigerist, der offen für die Weimarer Republik eintrat
und als Mitherausgeber der "Neuen Blätter für den Sozialismus" zunehmenden
Anfeindungen ausgesetzt war, verließ 1932 die Universität Leipzig.
In Baltimore macht er neben der Medizingeschichte die Medizinsoziologie zu seinem
zweiten großen Arbeitsfeld.
Die letzten Jahre verbrachte Sigeristin einem kleinen Dorf im Tessin. Hier wollte
er seine als Lebenswerk gedachte, mehrbändige Medizingeschichte schreiben.
Das von ihm als Krönung seiner Laufbahn angesehene Hauptwerk mußte
leider unvollendet bleiben. Dennoch hat er ein außerordentlich umfangreiches
wissenschaftliches Werk hinterlassen, das in verschiedenen Bibliographien ausführlich
dokumentiert ist.
Februar
| Gustav Riehl 21.
Februar 1855 in Wien geboren
1899 Primararzt am Wiedener Krankenhaus in Wien
1896 Berufung zum Extraordinarius für Syphilis und Hautkrankheiten
an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
und Oberarzt an der neu zu begründenden Abteilung für
Syphilitische- und Hautkrankheiten am Jakobshospital
1901 ordentlicher Honorarprofessor für Dermatologie und Syphilidologie
an der Universität Wien
1. Februar 1943 in Wien gestorben
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Riehls Name ist vor allem mit der berühmten Dermatologenschule,
vertreten durch Ferdinand Hebra (1816 - 1880) und Moritz Kaposi (1837
- 1902), verbunden. Durch die Einführung der pathologisch-anatomischen
Betrachtungsweise in die Dermatologie öffneten die Wiener Ärzte
dem Fachgebiet neue Horizonte und trugen damit wesentlich zur Verselbständigung
des Faches bei. Insbesondere Hebra betonte, daß Hautkrankheiten
nicht nur als Manifestation innerer Krankheiten anzusehen sind, sondern
vielfach einen autonomen Krankheitswert besitzen können. Diese anerkannten
Lehrmeinungen konnte Riehl auch in Leipzig mit der Übernahme des
Extraordinariates für Syphilis und Hautkrankheiten einführen.
Noch vor seinem Amtsantritt in Leipzig konnte er erreichen, daß
die dermatovenerologischen Stationen von der Chirurgischen Klinik abgetrennt
wurden. Damit kam es 1895 zur Gründung einer eigenständigen
Dermatologischen Universitätsklinik und -poliklinik. Riehls Hauptleistung
bestand folgerichtig in dem Bemühen, die neue Hautklinik so einzurichten,
daß sie den modernen klinischen und wissenschaftlichen Anforderungen
entsprach.
Auf wissenschaftlichem Gebiet bereicherte Riehl die Dermatologie mit zahlreichen
pathologisch-anatomischen als auch klinischen Arbeiten.Später wandte
er sich auch der serologischen und radiologischen Forschung in der Dermatologie
zu.
Januar
| Otto Heubner 21.
Januar 1843 in Leipzig geboren
1887 - 1894 ordentlicher Honorarprofesssor für kinderkrankheiten
an der Universität Leipzig
1891 - 1894 Direktor des neu errichteten Kinderkrankenhauses in
Leipzig
1894 - 1913 erster deutscher Ordinarius für Kinderheilkunde
an der Berliner Universität und Direktor der Kinderklinik der
Charité
17. Oktober 1926 in Loschwitz bei Dresden gestorben |
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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Kinderheilkunde
als selbständiges Fach. Otto Heubner gebührt das Verdienst,
als Erster in Deutschland eine Schule der Kinderheilkunde begründet
zu haben. Als er 1866 an die Universität Leipzig kam, besaß
die Kinderheilkunde noch nicht den Status eines selbständigen Fachgebietes.
Deshalb arbeitete er zunächst als Kliniker an der Abteilung für
Innere Medizin des Jakobshospitals. Die Notwendigkeit, die Kinderheilkunde
als Spezialgebiet zu etablieren, begründete er mit den Besonderheiten
in der Diagnostik und Therapie von Kindern gegenüber Erwachsenen.
Der Initiative Heubners ist es zu verdanken, daß sich 1888 ein "Verein
zur Errichtung und Erhaltung eines Kinderkrankenhauses" gründete,
der in kurzer Zeit einen Baufond von 300.000 Mark zusammenbrachte. 1891
konnte die Kinderklinik als erstes großes Kinderkrankenhaus in Deutschland
eröffnet werden.
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